Ein Kinderbuch? lese ich auf dem Einschlag? Etwas skeptisch mustere ich den Band der vor mir liegt… Der goldene Kompass nennt sich das 380 Seiten starke Buch, von einem Autoren der mich sofort an nen düsteren Road Movie erinnert… Gut, ich schlage die ersten Seiten auf weil mich meine Freundin darum gebeten hat… Wohl mit Grund, denn grundsätzlich stehe ich Büchern immer recht kritisch gegenüber und dieses hat sie sehr beeindruckt… Und nach eben jenen ersten Seiten beginnt mich die Geschichte um das Mädchen Lyra und ihren Dæmon Pantalaimon immer weiter und weiter zu fesseln, zieht mich tiefer hinein in dieses Buch, das ein Kinderbuch sein soll…

Die Bücher spielen in den verschiedensten Welten, jede mit ihren eigenen magischen Vorkommnissen, ihren eigenen Wesen, Kreaturen, in der einen, Lyras eigenen Welt, offenbart sich die Seele des Menschen eben als Dæmon, einem Tier, welches dem Charakter des Menschen entspricht. Diese Dæmonen festigen ihre Gestalt erst, wenn der Mensch erwachsen wird, bis dahin kann es jede beliebige Form annehmen.

Zum Inhalt (Vorsicht, Spoiler):

Das kleine Mädchen Lyra und ihr Dæmon Pantalaim, kurz Pan, ihren liebsten Gefährten und Freund, verstecken sich in dem Ruhezimmer der Jordan Kollegs, da ihr Onkel, Lord Asriel, nach Oxford kommt um den Rektoren eine fantastische Entdeckung zu zeigen. Dabei sieht sie bei der Vorbereitung zu dem Treffen, das der alte Rektor ein Gift in das Glas von Lord Asriel schüttet. Das Mädchen kann in einem unbeobachtete Augenblick den Onkel warnen und rettet ihm so das Leben. Nach dem Vortrag, welcher sich um den legendären „Staub“ dreht, verlässt Lord Asriel Oxford wieder um nach Alaska zu den Panzerbären und den Hexen zu ziehen, wo er weiter das Geheimnis des „Staube“ erkunden will. Zu diesem Augenblick weiß Lyra noch nicht, das sie im Laufe ihrer Kindheit noch unbeschreiblich viel über „Staub“ erfahren wird.
Die Zeit auf dem Kollege vergeht und Lyra lebt ihr Leben mit ihrem Freund Roger, dem Küchenjungen. Sie liefern sich Schlachten mit den anderen Kindern in der Stadt, verbünden sich zu Gruppen und greifen die Kinder der Lehmstecher an und leben unbeschwert in den Tag hinein…
Bis die Gobbler auftauchen. Diese Gobbler entführen Kinder und schon bald tauchen Gerüchte auf die besagen, das diese Gobbler die Kinder von ihren Dæmonen trennen. Wohl das schlimmste was sich Lyra und die Kinder vorstellen können… Getrennt von ihren Dæmonen zu leben, von ihrer eigenen Seele getrennt. Und eines Tages verschwindet auch Roger…
Lyra beschließt ihren Freund zu suchen, doch schon bald darauf kommt Mrs. Coulter ins Jordan Kolleg wo sich Lyra schnell von dem Charme und der Schönheit der Frau einwickeln lässt und so reist sie mit dieser mit nach London, wo sie Mrs. Coulter als Assistentin für ihre Expeditionen in die Antarktis helfen soll. Zuvor bekommt sich jedoch noch vom Rektor des Kollegs ein Gerät, einem Kompass ähnelt, welches die Wahrheit zeigt. Das Altaiometer. Schnell stellt sich jedoch heraus, das Mrs. Coulter für die Oblations Behörde arbeitet, ein anderer Name für die Gobbler. Entsetzt von dieser Entdeckung flieht Lyra aus dem Haus von Mrs. Coulter und wird von den Gyptern gerettet, einem Volk von Nomaden und Zigeunern. Zuerst fürchtet sie, das diese sie bestrafen wollen, denn vor einiger Zeit hatte sie, mit Roger und noch 3 anderen Jungen das Boot der Gypter in Oxford entführt und bis zum nächsten Damm treiben lassen, damit sie den „Stöpsel“ finden konnten, von dem sie sicher waren, das er das Boot sinken lassen würde.
Doch die Gypter sind freundlich zu ihre und nehmen sie mit zu einem ihrer Thing, einem Treffen aller Stämme der Gypter um zu beratschlagen was sie wegen der entführten Kindern unternehmen wollen. Dort lernt sie das Oberhaupt der Gypter kennen und deren Schamanen. Von diesem lernt sie, wie sie das Altaiometer zu benutzen hat. Und als sich die Gypter entschließen eine kleine Streitmacht in die Antarktis zu schicken, wo die Kinder offensichtlich hingebracht wurden, schließt sich Lyra dem Trupp an, denn durch ihre Fähigkeit das Altaiometer lesen zu können, ist sie für die Expedition sehr wichtig.
So reisen sie in den Norden, wo sie sehr bald auf die Hexe und die Panzerbären sowie den Aeronauten Lee Scoresby treffen.

Im laufe des ersten Bandes erlebt Lyra viele spannende Abenteuer und am Schluss gelingt es ihr auch, ihren Freund Roger zu befreien: Aber zu welchem Preis.

Meinung:

Ich möchte eigentlich nicht mehr zur Story selbst schreiben, auch zu den beiden nachfolgenden Büchern, die die Geschichte von Lyra gekonnt weiterverfolgen.
Doch wenn man damit rechnet, das es sich hier wirklich um ein Kinderbuch handelt, so erlebt man einige Überraschungen. Ich selbst, würde es meinen Kindern nicht zum lesen geben, denn die Thematik und die Handlung an sich ist nicht wirklich für Kinder geeignet. Ich muss gestehen, die Geschichte hat mich schwer beeindruckt, auch die Stimmung die gerade im letzen Buch aufgebaut wird, war genau nach meinem Geschmack.

Eine gute Mischung aus subtilem Horror, Fantasy, Theologie und Abenteuer:

Ein MUSS für jeden Fantasy Fan. Ich bin mir sicher, die Geschichte wird jedem gefallen, der Fantasy mag!

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