Kriegsfilme, nun: wir hatten in der letzen Zeit verdammt viele und ich denke, einem jeden von uns ist Steven Spielbergs eindringlicher Film „Saving Private Rayn“ noch sehr gut in Erinnerung hatte er doch zahllose Oscar Nominierungen erhalten und auch die Oscars am Ende auch bekommen.
Wenn man mit der Meinung rein geht, das einen hier ein Anti-Kriegsfilm erwartet im Stil von „Platoon“ oder „Geboren am 4. Juli“ oder wie die anderen alle heißen wollen, dann wird man hier enttäuscht.

Black Hawk Down ist ein fulminantes Feuerwerk, das den Zuschauer bis zur letzen Sekunde im Bann hält. Er ist technisch beeindruckend, die Schauspieler  überzeugen, doch unterbewusst drängt sich mir doch in jeder der Szenen der Gedanke auf, dass, auch wenn die Amerikaner in diesem Film rennen wie die Hunde, doch die Amis die wirklichen Helden sind und die „Helden“ die am Ende aus der Schlacht kommen, sind bereit erneut in die Hölle zu gehen.
Nein, Sorry, das kann ich nicht glauben. Wenn man in einem fremden Land ist, wenn man die Kugeln um die Ohren gefeuert bekommt und das Blut seines Kameraden einem ins Gesicht spritzt, das Grauen eines Guerilla Krieges erlebt, für das junge, idealistische Amerikanische Ranger nich ausgebildet wurden “ Nein, Sorry, dann kann ich mir nicht vorstellen, das man da erneut raus geht“ Auch nicht um einem Kameraden das Leben zu retten.

So ist es für mich zwar ein verdammt guter Film, der Szenen wohl sehr gut beschreibt, technisch auch begeistern kann (Gott, wer versteht es ein Gemetzel so realistisch darzustellen und dabei eine groblinsige Auflösung zu verwenden). Die Story ist relativ schwach.

Amis versuchen einen General der Somalis zu fassen, stürmen dafür in irgend ein feindliches Haus in einer gespannten Zone, wo die Milizen herrschen, die Somalis wollen sich das nicht gefallen lassen und stürmen (wenn man den Bildern glauben will) zu Tausenden auf die Amerikanischen Helden ein, die, getreu der Order des Generals, keinen ihrer Kameraden zurück im Dreck der Feinde lassen. Daraus entwickelt sich das immer größere Gemetzel, denn die Somalis sind doch gut ausgerüstet und was sie ihnen an Fähigkeiten fehlt, machen sie durch reine Masse wieder wett.

Helikopter stürzten ab, immer mehr Leute müssen gerettet werden, Splitten sich dabei immer mehr auf, geraten dabei nach der Reihe in Hinterhalte und werden einfach nur dahin gemetzelt. Am Ende strömen die gesamten UN Streitkräfte aus um die Amerikanischen Soldaten vor dem Schlachtfest der Somalis zu retten.

Das wars:  Keine tiefgehende (*hüstel*) Story wie sie in „Saving Private Rayn“ vorhanden ist, keine Charakter Entwicklung wie sie in „Apocalypse Now“ zu finden ist, keine abgründe der Menschheit die sich im laufe des Filmes auftun wie im Falle von „Platoon“. Nichts dergleichen. Aber, was dieser Film zu bieten hat, ist Action am laufenden Band. Vielleicht ist es schon etwas zu viel des guten, denn ein Film braucht hin und wieder eine ruhige Phase um dann wieder mit voller Brachialgewalt fortfahren zu können. Ein Rundblick im Kino hat mir das auch sehr deutlich gezeigt. Viele der Besucher waren gebannt nach vorne gebeugt, bissen auf ihren Fingernägeln herum und hechelten fast schon gierig nach Erlösung.

Nun, vielleicht tut da Ridley Scotts Regieführung das seine um diese Spannung, diese Stimmung zu erzeugen.
Gerade der Anflug der Amerikaner auf die Stadt hat mich tief beeindruckt. Das Wechselspiel aus Musik, schwacher Farbsättigung der Aufnahmen und lauten, dröhnender musikalischer Untermahnung durch Hans Zimmer (Der Soundtrack ist unbedingt empfehlenswert).
Die Helikopter bewegen sich am Rande der Stadt fort, fliegen dabei  über den weißen, strahlenden Strand, das Wasser blitzt unter ihnen auf, kein Ton ist zu hören, nur ein leises, dumpfes Dröhnen. Im nächsten Augenblick wechselt die Szene auf die Miliz der Somalis, man wird fast von den Impressionen erschlagen. Stinkender Schweiß, Fliegen, Lärm, Musik aus billigen Autoradios dröhnen einem entgegen, im nächsten Augenblick der fast schon anmutige Anflug auf die Stadt, schneller wird der Wechsel, peitscht das Blut der Zuschauer weiter und weiter auf, bis es am Ende des Filmes fast am kochen ist.

Resümee:

Ein Film ohne sonderlichen Tiefgang, aber ein fulminantes Meisterwerk an Aktion, Spannung und schaurigem Filmerlebnis. Vielleicht nicht der typische Kriegsfilm, aber auch kein Anti-Kriegsfilm wie man sie kennt.

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