Regie: Edward Zwick
Darsteller: Tom Cruise (Nathan Algren), Timothy Spall (Simon Graham), Ken Watanabe (Katsumoto), Billy Connolly (Zebulon Gant), Tony Goldwyn (Col. Bagley), Hiroyuki Sanada (Ujio), Koyuki (Taka), Shichinosuke Nakamura (Kaiser)

Samurai Filme kennen wir alle zu Genüge, nehmen wir Akira Kurosawas „Die sieben Samurai“, oder „Sharaku“ und viele mehr, doch meistens wurden diese Filme im Land der aufgehenden Sonne verfilmt und noch nie von Hollywood. Edward Zwick der sich bereits mit Filmen wie „Shakespeare in Love“, „In einem fremden Land“ und „Glory“ einen Namen machte, schuf mit diesem Film eine beeindruckende Geschichte über das Land der Samurai, über den Weg des Kriegers und ein Volk das wohl mehr Geschichte und Tradition erlebte als jedes andere Volk auf dieser Erde.

Inhalt (Vorsicht Spoiler)
1776. Der ehemalige Soldat Nathan Algren ergibt sich nach zahlreichen Kämpfen und Gemetzeln an den Indianer dem Alkohol hin und verdient sein Geld als Schausteller für den Waffenhersteller Winchester.
Dort wird er von seinem ehemaligen Untergebenen, Zebulon Gant, zu einem Treffen mit einem japanischen Geschäftsmann (einer der Berater des Japanischen Kaisers) eingeladen, welcher ihm das Angebot macht in Japan Soldaten gegen abtrünnige Samurai auszubilden. Mit von der Partie ist auch der ehemalige Col. Bagley den Nathan in all seinen Schlachten begleitet hatte und welchen er zu hassen gelernt hatte. Als Gegenleistung soll er 500 $ im Monat bekommen, eine fürstliche Besoldung. Nathan willigt ein und reist mit seinen Gefährten nach Tokio wo sie mit der Ausbildung der Soldaten beginnen.
Nathan beginnt sich mit der Kampfweise der Samurai auseinander zu setzen, erkennt aber noch lange nicht deren wahre Stärke sondern verlässt sich auf die Überlegenheit der amerikanischen Schusswaffen. Als der Befehl kommt sich dem Abtrünnigen Katsumoto entgegen zu stellen ist die Einheit noch lange nicht gut genug ausgebildet und es kommt, wie es kommen muss.
Die Soldaten werden vernichtend geschlagen und Nathan, der sich den übermächtigen Samurai bis zum Letzen entgegensetzt wird von diesen gefangen genommen und in das Heimatdorf von Katsumoto’s Sohn gebracht, wo er von der Frau eines Samurais gepflegt wird, den er im Kampf besiegt hatte. Katsumoto hat vor , über Nathan Algren seinen Feind besser kennen zu lernen. Während Nathan noch unter den Wunden leidet entsagt er schließlich dem Alkohol, den er brauchte um seinen Albträumen zu entkommen.

Die Bewohner des Dorfes ignorieren Nathan vollkommen, bis er langsam in das Leben in den Bergen hineinwächst. Doch das Vertrauen und die Akzeptanz der Samurai hat er noch lange nicht erlangt. Eine zarte Freundschaft scheint sich zwischen Katsumoto und dem Amerikaner anzubahnen während der Winter hereinbricht.
Ein reger Gedankenaustausch zweier Kulturen die sich unähnlicher nicht sein könnten beginnt und Nathan lernt vieles  über den Weg der Ehre, den Weg des Kriegers, Bushido. Algren erfährt auch, das Katsumoto dem Kaiser treu ergeben ist und gegen Neuerungen in seinem Land kämpft, gegen die geldgierigen Berater des Kaisers und die ehrlose Korruption die aus dem Westen gebracht wurde. Würde der Kaiser es ihm Befehlen, er würde mit Freuden seinem Leben ein Ende setzen. Langsam wird der Amerikaner auch von den Bewohnern des Dorfes akzeptiert, nachdem er deren Traditionen und Etikette annimmt und auch am Training der Samurai teilnimmt.
Am Ende des Winters, als die Pässe wieder frei sind, erhält Katsumoto die Erlaubnis mit freiem Geleit an den Hof des Kaisers zu kommen und als Ratsherr an einer Tagung teil zunehmen. Katsumoto verlässt mit einigen seiner Samurai und Nathan das Dorf.
Nathan muss Taka zurück lassen, jene Frau, die er zur Witwe gemacht hatte und wo sich eine Romanze anzubahnen scheint.
Als sie Tokio erreichen, gibt Katsumoto Nathan frei und macht sich auf den Weg zum Kaiser, der allerdings schwach ist und von seinen Beratern geschickt manipuliert wird. Vor der Tagung erlässt der Kaiser das Gesetz das das Tragen von Schwertern verboten sei. Katsumoto widersetzt sich diesem Befehl und wird ins Gefängnis gebracht.
In der Zwischenzeit irrt Nathan durch Tokio und trifft dabei Bagley und Simon Graham (einem Übersetzer und Fotografen) wieder. Als er beobachten muss wie der Sohn von Katsumoto von den Soldaten des Kaisers gedemütigt und dessen Waffen beraubt wird, entschließt er sich Katsumoto zu befreien und mit ihm zurück in die Berge zu ziehen und dem Kaiser zu trotzen. Bei der Befreiung stirbt Katsumotos Sohn den Tod eines Samurais.

Zurück in den Bergen rüsten sich die Männer für den letzen Kampf der Samurai…

Meinung
Ein opulentes Meisterwerk das in meinen Augen hervorragend die Moral und Philosophie der alten Samurai einfängt. Vom Weg des Kriegers  über den 4 Tage zählenden Zyklus der fallenden Kirschblüten, einem fast heiligen Zeitraum in Japan der die Schönheit und den Tod des Lebens zeigt, bis hin zu den feinsten Nuancen des alltäglichen Lebens in Japan. Nathan beobachtet dies sehr gut: „Die Samurai scheinen ein Volk zu sein, das bis ins letzte Höflich ist, das ein sehr starkes Ehrgefühl besitzt aber nie seine Maske ablegt. Aber unter dieser Maske zeichnen sich extreme Gefühle ab die man erst erkennen muss.“
Der ganze Film ist vom Handlungsgerüst her sehr gut strukturiert, die Wandlung von Nathan Algren wirkt nicht übertrieben, wie man es aus anderen Filmen kennt. Viel mehr legte Zwick offensichtlich viel Wert darauf, dem Film auch viele stille Noten zu geben. Und von diesen stillen Augenblicken wird der Film getragen. Ja, die Kampfsequenzen sind sehr gut gelungen, die Schlachten  überzeugend doch alleine würde das den Film nicht zu dem machen, was er in meinen Augen ist.
Eine wundervolle Spiegelung des alten Japans, das sich auf dem Scheideweg zwischen Feudalismus und Industrialisierung befindet. Ein zum Teil sehr gefühlvoller Film. In einer Szene küsst Taka Nathan und anders als erwartet folgt keine heiße Liebesszene im Bett, nein, allein dieser stille Kuss zeigt die Empfindung der sonst so gefühlskalt wirkenden Japaner. Einfach und doch sagt es mehr aus als tausend Worte.

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