Man stelle sich folgendes Szenario vor:
Man geht, wieder einmal ohne etwas gutes zu Lesen in die B cherei um ein wenig zu schmökern… Vielleicht w rde man ja etwas finden… Und siehe da, ein Buch dessen Einband scheinbar geronnenes Blut darstellt, welches ber die Vorderseite und die R ckseite des Bandes zu rinnt springt einem entgegen. Etwas neugieriger geworden wirft man einen genaueren Blick auf den Titel… „Austreiben“ ist da zu lesen und etwas rei?erisch am unteren Rand des Buches „Ein Vampirroman“. Der Autor Ernst Molden ist nicht bekannt… Nimmt man nun dieses Buch aus dem Regal und liest den Umschlagtext so ist man im ersten Augenblick etwas verwirrt den die Handlung spielt offensichtlich im Wien der 90er Jahre… Doch wagt man nun den Kauf dieses… vom ersten Augenblick etwas exzentrischen Buches so fällt man in eine seltsame, irgendwie irreale Welt welche die unsere Sein könnte… Sagen vermischen sich mit Realität, Realität vermischt sich mit Sagen…

Zum Inhalt:

Here I am, and here I stay…

Der ber hmte Radiomoderator Joe Eid begibt sich, wie so oft, vor der kommenden Mitternachtssendung mit 2 Flaschen Wein in die Lobau, einer Sumpf & Auenlandschaft an der Donau um sich zu betrinken. Er ist ber hmt bei seiner Hörerschaft, ja, fast schon geliebt… Mit seiner zynischen, boshaften Art und Weise zeigt er die Welt wie sie in seinen Augen ist… Verdreht, Grausam und Skuril.
Noch während er seinen Gedanken nachhängt scheint er eine Stimme zu hören… Und Wirklich. Eine junge, wunderschöne Frau, mit schillernden gr nen Augen, steigt aus dem Wasser der Donau, mit nichts am Körper und ab diesem Zeitpunkt wei? Joe nichts mehr.
Als er Stunden später wieder zu sich kommt ist sein ganzer Körper mit Wunden berseht… Von der Frau ist keine Spur mehr zu sehen. Joe, völlig verwirrt beschlie?t, noch vor seiner Sendung, Meineid, in ein Krankenhaus zu gehen um seine Wunden, darunter eine abgebissene Brustwarze, versorgen zu lassen. Später trifft er in seinem Stammlokal auf einen Professor der schon oft Ziel seines Spottes wurde. Noch immer Matt und Zerschlagen von dem Aufenthalt in der Lobau scheint sich eine Wesenheit in ihm breit zu machen. Mit einem Male findet sich der verhasste Professor gegen die Wand gedr ckt, angehoben und festgehalten an seinen wertvollsten Teilen… Später wird der Professor erzählen, das der Eid mit einem Male wunderschöne gr ne Augen gehabt habe und ein Gef hl unbeschreiblicher Liebe empfunden habe.
Doch Joe ist nicht mehr Herr seiner selbst… Mehr wandelnd begibt er sich zu seinem Radiosender und sperrt sich in seiner Kammer ein und …
… geht auf Sendung.

In dieser Nacht bringen sich 2 Politiker um, der Koch Karl zerschnippelt sich vor lauter Lachen ber Joes Wahrheiten die Hand und noch viele andere Schicksale zerbrechen an der Sendung die Joe ber den Äther schickt… Wenige Zeit später wird Joe, nachdem dessen Studio gest rmt wurde, in eine Psychiatrische Anstalt eingeliefert…

Zur gleichen Zeit sitzt Mimi Sommer, eine unansehnliche Frau Mitte 30 in der Lobau und wartet… Ja, sie wartet auf den Stritzi der hier sein Unwesen treiben soll… Ein L stling, Spanner soll er sein, der Frauen beobachtet und vergewaltigt…
Hier trifft Mimi auf den „Linzer“, einen Strafversetzen Beamten aus Oberösterreich den sie im ersten Augenblick f r den Stritzi hält…
Zu ihrem Ungl ck wird der „Linzer“ der Mimi in den heiklen Mordfällen zugeteilt die in der letzen Zeit Wien ersch ttern… Doch mit der Zeit raufen auch die beiden sich zusammen…

Gemeinsam machen sie sich daran die seltsamen Mordfälle zu erforschen… Zuerst der Amoklauf von Joe Eid, dann der Mord von einem alten Galanten an einem W rstelb den Besitzer, das seltsame Verschwinden von einem „Narischen“ und dem damit zusammenfallenden Brand in der Lobau und viele andere Zufälle. Alles scheint sie in die Lobau zu f hren… Dort wo Eid der Frau mit den gr nen Augen begegnet war…

Mehr und mehr spitzt sich die Lage zusammen und die beiden Kriminalbeamten beginnen das Spiel zu durchschauen, das sich langsam, aber bestätig zu einem fulminanten Ende hinarbeitet… in dem das sagenhafte „Donauweiberl“ eine wichtige Rolle spielt.

Meinung:

Wiener Literatur… Schwer zu beschreiben… Vor allem die Art und Weise wie Ernst Molden seine Charaktere leben lässt… Er schreibt kurz und prägnant jedoch lassen seine Worte Bilder vor den Augen entstehen die mehr sagen als alles andere… Ein jeder der Charaktere scheint zu leben… Die Umgebung, die Entwicklung die mit jeder Seite, mit jeder Zeile, ja, mit jedem Wort immer rasanter wird… All das vermischt sich zu einer unglaublichen Geschichte…
Wenn sich der Leser dieses Buches von dem Untertitel „Ein Vampirroman“ anziehen lässt, wird er im ersten Augenblick etwas enttäuscht sein, den es ist keine Vampirgeschichte im klassischen Sinne ist. Viel mehr ist es die Geschichte um einen Succubus, besser noch um eine Mischung aus Wasserdämon und Succubus der die Schäden der Menschen an der Natur zu rächen versucht…
Wenn man jedoch anspruchsvolle, ja, fast schon lyrische Literatur gerne hat wird man dieses Buch noch mehr lieben. Ein jeder Satz besitzt eine eigene Magie, einen speziellen Singsang voller Bedeutung und Metaphern.

Meine Empfehlung: Kauft dieses Buch, nehmt euch einen Abend Zeit, am besten an einem gewittrigen, schw len Sommerabend und lest dieses Buch mit einem Glas Wein und etwas zum naschen… Einfach Unbeschreiblich dieses Buch…

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