Der Traum von der Unsterblichkeit, der Stein der Weisen. Ein wohl ewiger Mythos, dem sich Kai Meyer in seinem Buch, Die Alchimistin, zuwendet. Der Stein der Weisen, das höchste Ziel der Alchemie, die Umwandlung von unreinem Material in edles Material, Gold. ?ber den Stein der Weisen ranken sich unzählige Legenden und Mythen, eine darunter ist auch die Unsterblichkeit, die darin zu finden ist.
Im Jahr 1999, als dieses Buch erschien, schickte auch Paulo Coelho seinen Helden in „Der Alchemist“, auf die Suche nach dem Stein der Weisen und doch unterscheidet sich dieser Roman grundsätzlich von Coelho’s Geschichte, seiner Theorie.
In einer Zeit in der das späte Mittelalter auf die Industriezeit trifft, sucht auch die Titelheldin, Aura Institoris, nach diesem Mythos, der sie von der Nordk ste Deutschlands nach Wien, in die Schweiz und in die fernen Gebiete des Kaukasus f hrt.

Inhalt:
Wie ein Adlerhorst erhebt sich die Burg der Institoris auf einer Insel in der Ostk ste Deutschlands ber die sturmgepeitschte See. Der Waisenjunge Christopher findet dort eine neue Heimat. Dort lernt er auch seine Ziehschwester Aura und Sylvette sowie seinen –bruder Daniel kennen, die ebenfalls auf der Insel wohnen. Die Burg selbst ist von seltsamer Beschaffenheit. Seltsame Fensterzeichnungen, Alchemistische Symbole und Gerätschaften sind in dem riesigen Gebäudekomplex zu finden.
Der Vater der Familie, Nestor Nepomuk Institoris, f hrt ein Leben fernab der Familie, in seinen Studiergemächern im Dachgescho? der Burg. Als verr ckt, besessen geltend forscht Nestor dort nach unbegreiflichen, unaussprechlichen Dingen. Zumindest erzählt man das Christopher. Aura und Daniel begegnen dem Jungen mit offener Feindschaft während die kleine Sylvette schnell Freundschaft mit dem Jungen schlie?t.

Eines Nachts wird Christopher, der sich f r die Forschungen des alten Nestors interessiert, Zeuge wie dieser von einem Meuchler ermordet wird. Er verheimlicht den Mord vor der Familie und f hrt fortan ein Doppelleben im Dachgescho? des verblichenen Vaters und unter der Familie. Die Leiche von Nestor begrub er in dem Dachgarten der Burg, wo nie einer der Dienerschaft oder ein Mitglied der Familie hinkam. In der Zwischenzeit wird Aura in ein Mädcheninternat in die Schweiz geschickt, wo sie bis zu ihrem 21 Lebensjahr bleiben sollte. Im Zug dorthin begegnet sie Gillian, dem Mörder ihres Vaters, welche sie als dessen Tochter erkennt. Die Anweisung des Auftragsgebers, Lysander, betrifft auch den Tot von Nestors Tochter, Aura. Gillian lässt Aura jedoch am Leben und verschwindet aus dem Zug, hinterlässt jedoch den Brief den Lysander ihm gegeben hat. Aura findet diesen und erkennt, dass sie nur knapp dem Tode entkommen ist.
Mit ihrem Schicksal hadernd kommt Aura schlie?lich in dem Internat an, unsicher was sie unternehmen sollte. Ingeheim vermutet sie das Christopher ebenfalls etwas mit der Sache zu tun hat.
Derweil findet Christopher in der Bibliothek des alten Nestors heraus nach was dieser so lange geforscht hat. Die Unsterblichkeit, den Stein der Weisen. Der junge Mann beginnt die Forschungen des Alchimisten fortzusetzen.

Das Internat, in dem Aura untergebracht wurde, scheint ein dunkles Geheimnis zu umgeben. Immer wieder verschwinden einige der Mädchen und tauchen nie wieder auf. Aura hat in der Zwischenzeit den Plan gefasst, von dem Internat zu fliehen und zu ihrer Familie zur ckzukehren, da sie Christopher zur Rechenschaft ziehen will. Eines Nachts wagt sie den Versuch und versteckt sich in einem Karren, der Vorräte f r das Internat bringt. Doch entgegen ihrer Annahme, das dieser Karren sie zu dem nahen Z rich bringt, fährt dieser weiter hoch in die Berge, zu einem abgelegenen Gehöf. Dort wird sie Zeuge wie der Kutscher, ein uralter Mann eine ihrer Mitbewohnerinnen umbringt. Sie selbst kann noch entkommen, tötet dabei den Alten und flieht nach Z rich. Dort wendet sie sich an die Polizei, die ihrer Geschichte kaum Glauben schenkt, ihre Angaben aber dennoch kurz berpr ft. Als die Polizei von der H tte wiederkommt, kann sie die Angaben Auras nicht bestätigen. Das Mädchen wird wieder in das Internat zur ck geschickt.
Noch in derselben Nacht erscheint dort der Meuchler Gillian um Aura aus der Gewalt der mysteriösen Oberaufseherin zu retten. Die beiden fliehen erneut nach Z rich und dort erkennt Aura das Gillian ein Hermaphrodit ist, ein Zwitter, der sich f r das Leben als Mann entschieden hat.
Die beiden fliehen nach Wien, wo der eigentliche Auftraggeber an Nestors Mord, Lysander in den unterirdischen Kanälen seine Macht ausgebaut hat. Gillian hat seine eigenen Bewegungsgr nde den verhassten, mächtigen Feind zu ermorden.

Schloss Institoris wurde in der Zwischenzeit erneut Opfer eines Dramas. Sylvette wurde von unbekannten Männern entf hrt. Christopher, der die kleine lieb gewonnen hatte, macht sich mit dem verhassten Bruder Daniel auf die Verfolgung und folgen sie dem Weg der Entf hrer ebenfalls bis zur ck nach Wien. Dort begegneten sie durch Zufall Aura und Gillian, welchen Christopher als den Mörder von Nestor erkannte. Um seine eigene Untat zu vertuschen verheimlichte er das allerdings. Die 4 schmiedeten den Plan durch die Kanäle Wiens in die Verstecke Lysanders zu ziehen und den verhassten Feind dort zu ermorden, der auch Sylvette entf hrt hatte. Dabei bedienten sie sich der Hilfe der Fettfischer, Männer und Frauen die die Kanäle Wiens nach allerlei Wertgegenständen durchforsteten. Gillian vermutete das diese zwar selbst im Dienste Lysanders stehen, doch der Hermaphrodit hatte selbst noch ein Ass im Ärmel.
Als die Gruppe schlie?lich Lysanders Gemächer unter Wiens Stra?en und Gassen erreichten, erkannten sie, das erneut Verraten wurden. Auf der Flucht, ohne Lysander zu begegnen, wurden Daniel und Gillian erschossen, Christopher von der Palastwache gefangen genommen. Einzig Aura konnte entkommen…

7 Jahre später:

Aura war nach Schloss Institoris zur ckgekehrt, wo sie das Erbe ihres Vaters fortsetze, seine Forschungen und dabei selbst zur Alchemistin wurde. Sie erkannte, das Sylvette nicht Nesteros Tochter war, sondern Lysanders, ein Hieb der verfeindeten Alchimisten. Weiters fand sie heraus, das der Stein der Weisen nur durch ein Kind zwischen Vater und Tochter entstehen konnte. Dabei entdeckte sie auch das Grab Nestors und die seltsamen Pflanzen, die aus seinem Grab erwuchsen. Das Gilgameschkraut.
Aura fasste den Entschluss erneut nach Wien zu rei?en und Sylvette aus den Klauen Lysanders zu entrei?en, denn sie vermutete, das der Alchimist mit ihr, mit seiner eigenen Tochter, ein Kind zeugen will um dadurch die Unsterblichkeit zu erlangen. So fuhr sie erneut nach Wien und besuchte ihren Ziehbruder Christopher im Gefängnis, wo dieser als der Mädchenmörder aus der Schweiz festgehalten wurde. Sie gab ihm eine Zigarre aus dem seltsamen Gilgameschkraut zu rauchen, welches den Körper f r 48 Stunden vollkommen leblos erscheinen lies.
So wurde Christopher, nachdem er f r Tod befunden wurde, auf einem armseligen Friedhof begraben, wo Aura ihn wieder befreite. Zusammen schmiedeten die beiden Pläne, wie sie Sylvette befreien konnten. Zusammen mit einer kleinen Söldnergruppe schleichen sie erneut in die Kanäle und Katakomben Wiens, finden auch Lysanders Gemächer und einen alten, sterbenden Mann zusammen mit einem kleinen, vielleicht 5 jährigen Kind. Aura berwand ihren eigenen Hass auf Lysander und lie? den Alten sterbend zur ck in den Katakomben, nahm das Kind mit sich zur ck in die Heimat, an die Ostsee. Christopher begleitete die beiden.
Dort angekommen schloss der Sohn Auras, das Kind Gillians, entstanden in einer kalten Nacht vor 7 Jahren in Wien, rasch Freundschaft mit der kleinen Tess, der Tochter Lysanders. Aura vergab ihrem Ziehbruder Christopher seine Taten, da er in den letzen 7 Jahren genug Zeit hatte mit sich selbst und seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen.
Die beiden, Christopher und Aura, versuchten derweil das Rätsel um Sylvettes verschwinden weiter zu l ften und entdeckten die Prophetische Gabe der beiden Kinder. So erfuhren sie, dass Nestor und Lysander keineswegs die wahren, f r die sie sie gehalten hatten. Die beiden waren bereits mehrere hundert Jahre alt. Die beiden, damals gemeinsame Knappen des Templers Morgantus, hatten mit ihm zusammen den Weg der Unsterblichkeit gefunden.
Sie mussten in regelmä?igen Bädern im Blut ihrer eigenen Kinder baden, um ihre eigene Unsterblichkeit wieder in sich aufzunehmen.

In langen Studien entdeckten die beiden, dass die alten Templer, nachdem diese von der römischen Kirche exkommuniziert wurden, in einem Tempel im Kaukasus ihr Hauptquartier bezogen, von ihrem eigenen Reichtum finanziert. Nach ihrer eigenen Theorie waren dorthin auch Lysander und Sylvette gezogen. Der Alten, dem Christopher und Aura in Wien begegnet waren, hielten sie f r Morgantus, der nun doch der Sterblichkeit erlag. Erneut packen die beiden ihre Sachen, bereiten sich f r die Reise in den Kaukasus vor um Sylvette zu retten.

Gillian, der dem Tode vor 7 Jahren nur knapp entkommen konnte hatte sich in der Zwischenzeit in Venedig den heutigem Orden der Templer angeschlossen um die Wahrheit ber seine eigene Herkunft und sein eigenes Ich zu finden. Von dort aus behielt er Burg Institoris im Auge, um Aura und seinen Sohn zu sch tzen. Doch eines Tages erreicht ihn, und die alternden Templer die Nachricht, das eine Gruppe von Leute die Burg erobert hätten. Morgantus!
Die Ritter der Templer machten sich auch den Weg an die Ostk ste Deutschlands um ein f r alle mal den Abtr nnigen Verräter zu vernichten.
Die alternden Templer und der junge Meuchler Gillian erreichten die Burg und starteten ihre Attacke gegen die Invasoren. Zuletzt standen sich Gillian und Morgantus gegen ber, der Gillian offenbarte, dass er sein Vater sei, dass er ein Sohn der wahren Alchemie sei. Der Hermaphrodit, das Zeichen der Alchemie. In einem letzen, verzweifelten Akt vernichtete Gillian den alten Templer indem er ihn von der Br stung des Leuchtturms st rzte. Auf Burg Institoris begegnet Gillian auch seinem eigenen Sohn.

Nach einer langen Reise hatten die beiden Ziehgeschwister Aura und Christopher den letzen Tempel der Templer erreicht, doch bevor sie ihn betreten konnten, wurden sie von ihren F hrern verraten und Christopher ermordet. Aura selbst wurde gefangen genommen, von der ehemaligen Leiterin des Mädcheninternats in der Schweiz. Dabei stellte sich heraus, das dieser selbst ein hoher Templer war, auf der Suche nach der Unsterblichkeit. Dieser sperrte Aura in ein Verlies, in dem sie Sylvette und Lysander begegnete.
Dort erfährt sie auch die Wahrheit ber Nestor und ihre Mutter. Nestor hatte einen anderen Weg der Unsterblichkeit gesucht, 500 Jahre des Mordes an seinen eigenen Kindern hatten ihn zerm rbt. Auras Mutter, eine weiter Tochter Nestors wollte er verschonen und war so nach der Suche nach dem legendären Gilgameschkraut, das jedoch nur durch den Tod eines Unsterblichen wachsen konnte.
Sylvette selbst hatte ihren Vater lieben gelernt, der nur ein Spielball der Macht Morgantus war, immer nach seinen Weisungen gehandelt hatte. Auch, das sie ein Kind von ihm bekam, schien sie ihm zu verzeihen. Gemeinsam wagten sie die Flucht und entkamen auch den alternden Templern.

Aura kehrt nach zu ihrer Burg an die Ostsee zur ck, Sylvette und Lysander ziehen an einen andern Ort, wo sie gemeinsam leben können. Aura trifft auf Burg Institoris wieder auf Gillian, ihre verloren geglaubte Liebe…

Was blieb ist die Unsterblichkeit…

Meinung:
Ein fesselnder Thriller um die Jahrhundertwende. D ster und Morbide. Ein wirklich einmaliges Erlebnis von einem deutschen Schriftsteller. Die Szenarien, Wien, der Kaukasus und Deutschland sowie Z rich sind wahnsinnig gut getroffen und beschrieben…

Ein einzigartiges Buch auf der Suche nach der Unsterblichkeit…

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