Hier eine Bericht ber den interessanteste und spannendsten Radtrip den ich bis jetzt in meinem Leben gefahren bin. 3 Wochen Island (7. Juli bis 29. Juli),  über die südöstlich Küste von Keflavik nach Selfoss. Von dort über das Hochland des Sprengisandur nach Norden zu der größten Stadt in diesem Gebiet, Akureyri. Hier durch das Inland in Richtung Egilsstadir um Schlussendlich  über Höfn durch den Nationalpark bei Kirkjubaerklaustur, unter dem Gletscher Vatnajökull, die Südküste zurück nach Grindavik.

Eine Strecke von ca. 2000 Kilometern durch die unterschiedlichsten Landschaftsgebiete einer Insel, die von den Extremen der Kälte und der Hitze geprägt wurde.

Ausr stung:

Ein solcher Trip muss gut geplant werden, hier werden das Material und der eigene Körper an die Grenzen der Belastbarkeit geführt. Zu der Ausrüstung zählten:

  • Mountainbike: Full Suspension, 26″ mit harten Gelände Reifen und ultra harten Bremsklötzen, Sport Clips sowie Aluminium Gebäcksträger für beidseitige Gebäcksaufhängung. Insgesamt ca. 11,7 KG schwer.
  • Unterkunft: 2 Personen Zelt von North Face, ca. 2,4 KG schwer. Schlafsack von North Face (Temperatur Garantie bis -20 Grad) sowie Isomatte um die Kälte des Erdreichs abzuhalten.
  • Sonstige Ausrüstung: 2 Garnituren Bekleidung (für Warm und Kaltwetter), wasserfestes Schuhwerk, Kochutensilien (Gaskocher, Topf und Besteck), Reparatur Werkzeug für Bike und Zelt. Nylonsäcke, Fotoapparat, Taschenlampe.
  • Erste Hilfe Paket: Hirschtalgcreme (für Wundstellen), Aspirin, Pflaster, Nähzeug, Verbandsmaterial, etc.
  • Wichtig: Ausreichend Energienahrung (Isostar, Energie Riegel), Nudeln für die Zufuhr von Kohlehydraten

Die restliche Ausrüstung bestand unter anderem aus Literatur und persönlichen Gegenständen. Das Gesamtgewicht pro Person (ohne Rad) bestand ca. aus 24 Kilogramm.

Der nachfolgende Bericht ist in die verschiedenen Abschnitte der Tour aufgeteilt.

Viel Spaß beim Lesen…

Anreise: München – Keflavik:

Von München aus flogen wir (ich und mein Großvater) nonstop mit Iceland Air zum Flughafen in Keflavik.
Schon beim Anflug auf die Insel und den Flughafen erstaunte mich die oberflächliche Eintönigkeit der Landschaft. Graue, Braune und Schwarze Felder durch die sich hellere Streifen von Straßen zogen, vereinzelte Grünflächen und das komplette Fehlen von Bäumen fiel als erstes auf. Am Horizont konnte man vereinzelte Schneefelder erkennen, die sich weit bis ins Landesinnere ausdehnten und in einem schmutzigen Grau schimmerten.
Keflavik, einst ein Internationaler Flughafen von großer Bedeutung, da durch die frühere geringere Reichweite der Flugzeuge, Island als Zwischenlande Platz für Flüge nach Amerika genutzt wurde, überraschte sehr angenehm. Angenehme Atmosphäre, schöne Wartehallen und Internationaler Standard was Gastronomie und Betreuung anging. Wo in vielen anderen Flughäfen steht’s eine angespannte Stimmung herrscht, so schien hier eine aufgeklärte Ruhe zu herrschen. Ein erster, sehr angenehmer, Eindruck der erstaunlichen Mentalität der Isläner…

Keflavik – Selfoss:

Der erste Abschnitt der 2000 Kilometer führte vom Flughafen in Keflavik in Richtung Selfoss. Schon der erste Tag war eine ziemliche Anstrengung für mich. Das unzureichende Training vor dem Trip machte sich deutlich bemerkbar. Muskelschmerzen und am nächsten Tag auch Muskelkater zogen sich die ersten 3 bis 4 Tage hinweg durch.
Die erste Etappe zwischen Keflavik und Grindavik war relativ gut ausgebaut und ein Vorankommen war relativ leicht. Zwar war auch schon hier die beißende Kraft des Windes zu verspühren, doch das Wetter meinte es gut mit uns. Ab Grindavik jedoch führte uns der Weg über eine unausgebaute Strecke an der Küste entlang.
Hier zeigten sich die Tücken der Strecke zum ersten Mal deutlich. Im Abstand von ca. 30 cm folgte Schlagloch um Schlagloch, was zu einer extremen Belastung der Handgelenke führte, die die Erschütterungen und das Gewicht des Oberkörpers abfangen mussten.

Schon die erste Teilstrecke offenbarte die wundervolle Vielfalt der Natur Islands. Die gesamte Oberfläche der Insel ist mit unzähligen Schichten scharfkantiger Lava berzogen, deren poröse Ecken und Kanten, im Laufe der Zeit abgebrochen und zu nährstoffreichem Erdreich geworden, optimale, windgeschützte Flecken für Moose und Sträucher bot.
Neben diesen erstarrten Lavafeldern entlangzufahren, auf denen Büschel und Sträucher in den unterschiedlichsten Farben wuchsen, den zum Teil würzigen Hauch der Blüten einatmend versetzte einen in eine komplett andere Welt.
Hier erfuhr man einen ersten Eindruck der Mythen und Legenden die durch eben jene Landschaft entstanden sind. Nur zu gut kann man es sich vorstellen, dass durch solch eine Umgebung Kobolde, Feen, Satyre und andere mythologische Geschöpfe Einzug in den Glauben der Bevölkerung hielt.

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