Beschreibung:
Dies ist der erste Band des vierteiligen Otherland Zyklus von Tad Williams. Der Zyklus schildert eine nahe, mögliche Zukunft Mitte des 21. Jahrhunderts. Das Internet und seine Möglichkeiten haben sich extrem weiterentwickelt, ist zu einer Art virtuellen Parallelrealität geworden, die einen größeren Stellenwert als das reale Leben einnimmt.

Inhalt:
Die Handlung beginnt mit Paul Jonas, der durch die Wirren des zweiten Weltkrieges schlittert, dabei auf der Flucht von zwei dubiosen Verfolgern ist. Auf seiner Flucht vor der Gewalt und den Verfolgern taucht er aus Versehen in andere, mehr oder weniger surreale Welten ab. Diese Welten, geschaffen von der geheimen „Gralsbruderschaft“ befinden sich in einem eigenen Hochleistungs Netzwerk, welches unglaublich realistische Realitäten erzeugt.

Otherland - Die Stadt der goldenen SchattenAuch Irene (Renie) Sulayewo, eine südafrikanische Universitätsdozentin und ihr Student, der Buschmann !Xabbu, werden auf die Gralsbruderschaft aufmerksam, als ihr jüngerer Bruder Stephen nach einem langen Streifzug durchs Netz in ein Wachkoma fällt. Auf der Suche nach der Ursache für dieses Wachkoma wird Renie ein virtuelles Artefakt zugespielt, welches eine aztekische Großstadt, jene Stadt der goldenen Schatten, darstellt. Weiters finden Renie und !Xabbu heraus, das Stephens Zustand kein Einzelfall ist.

Zu diesem Zeitpunkt wird Renie und ihre Familie von Unbekannten bedroht, mehrere Anschläge werden auf sie verübt und fordern das Leben von Susan van Bleck, eine wichtige Helferin von Renie, die vor ihrem Tod noch Hinweise auf Martine Desroubins, einer blinden Französin hinterlässt, die daraufhin zu Renies wichtigster Helferin wird.
Gemeinsam begeben sich die drei ins Netz, wo sie den Ort „Treehouse“ finden, eine Art zentraler Hackerbezirk wo sie auf den Häcker Singh treffen, der vor vielen Jahren an einem Projekt namens Otherland mitgearbeitet hat. Singh berichtet den Freunden dass er in der letzten Zeit vermehrt vom merkwürdigen Ableben der Projektverantwortlichen von Otherland erfahren hat.
Nach dieser Offenbarung und weiteren Anschlagsversuchen verstecken sich Renie, ihr Vater Joseph, Susan van Bleecks Hausangestellter Jeremiah und !Xabbu in einem verlassenen Militärstützpunkt in den Drakensbergen, wo sie auch genügend leistungsstarke Hardware finden, um Singh bei seinem Versuch das Otherland System zu hacken zu unterstützen.

Währenddessen spielt der amerikanische Jugendliche Orlando Gardiner das Online Rollenspiel Mittwelt, wo sein Charakter Thargor bei einem Kampf gegen einen Untoten stirbt, als er einen Blick auf die Stadt mit den goldenen Schatten wirft. Gemeinsam mit seinem Freund Fredericks und dessen Alter Ego Pithlit machen sie sich nun in Mittwelt auf um nach dem Ursprung dieser Stadt zu suchen. Die beiden landen ebenfalls in Treehouse, können dort aber für das erste nichts in Erfahrung bringen.
Bei einem späteren Besuch stellen sie Kontakt mit der Bösen Bande her, Bewohnern von Treehouse, die die beiden mit Singh verknüpfen, als dieser versucht in das Otherland Netzwerk einzudringen.
Im realen Leben leidet Orlando an Progerie und hat nur noch eine sehr geringe Lebenserwartung, während Frederiks in Wirklichkeit Salome heißt und ein Mädchen ist.

In einem dritten Handlungsstrang lernen wir Christabel Sorensen kennen, die mit ihren Eltern in einer abgeriegelten Militärsiedlung lebt. Dort lernt sie auch den mysteriösen Herrn Sellars kennen, der dort schon seit vielen Jahren unter Hausarrest steht. Christabel freundet sich mit Herrn Sellars an und hilft ihm dabei, aus seinem Haus zu fliehen.

Schließlich finden Renie und !Xabbu, Martine, Orlando und Fredericks sowie etwa 10 andere Protagonisten sich in einer extrem realistischen Simulation, die eine aztekische Hochkultur darstellt, wieder, deren Zentrum die goldene Stadt bildet. Bei ihrem Versuch in das Netzwerk einzudringen, wird Singh von einem namenlosen Etwas vernichtet.
Sie werden dort zu dem Gottkönig geführt, hinter dem sich der schwerreiche Industrielle Bolivar Atasco verbirgt, der früher selbst Mitglied der Gralsbruderschaft war, nach Meinungsverschiedenheiten jedoch aus der Bruderschaft ausgetreten ist und nun allerdings das Simulationsnetzwerk weiterhin benutzt.
Dort lernen die Gefährten auch den wahren Akteur hinter der eigentlichen Version von Ohterland kennen. Herr Sellars. Sellars und Atasco stehen schon seit längerem in Verbindung, Sellars selbst hat in den letzten Jahren einige Merkwürdigkeiten bei den Daten und Finanztransaktionen im Netz beobachtet, deren Spuren alle zur Gralsbruderschaft führen. Nachdem es ihm unmöglich war, diesen Informationen in der realen Welt nachzugehen, bzw. die jeweiligen Informanten plötzlich verstorben sind, hat er sich nun entschlossen, das Problem mit Hilfe der Gefährten direkt in Otherland auf den Grund zu gehen. Jeder dieser Mitstreiter habe, wie Renie ihren Bruder, ein persönliches Interesse daran, diese Vorgänge aufzuklären.

Keiner der beiden kann sich jedoch das aggressive Verhalten des Systems erklären, welches Singhs Leben forderte, aber auch verhindert, dass die Teilnehmer das System wieder verlassen. Keiner, vor allem !Xabbu, kann seine Virtuellen Parameter ändern, so das er in der Gestalt eines Pavians gefangen ist, gleich wie Orlando und Fredericks, die in ihren Mittland Avataren gefangen sind.
Noch während der Konferenz mit Sellars und Atasco im Aztekentempel startet der psychopatische Dread einen Angriff auf das reale Anwesend von Atasco, der im Auftrag der Gralsbruderschaft stattfindet und tötet Atasco und seine Frau. So erfährt er auch von den Plänen der Gefährten und eignet sich einen der Avatare an.
Dread, im realen Leben ein wahnsinniger Mörder, der mit Leidenschaft Frauen jagt und tötet, behält diese Informationen für sich, so das die Gralsbruderschaft nichts davon erfährt. Sein Plan besteht darin, mit dem gestohlenen Avatar die Gruppe zu begleiten um weitere Informationen zu erhalten.
Durch den schlagartigen Überfall wird die Versammlung plötzlich gesprengt, Sellars leitet die Flucht der Gefährten ein. Er erklärt ihnen noch, das die verschiedenen Welten des Otherland Systems durch einen Fluss miteinander verbunden sind, ber dessen äußeren Rand man in die nächste Simulation eintreten kann. Dies erklärt auch Paul Jonas, der bis zum Ende des Buches nicht mit den anderen zusammentrifft, Irrweg durch das System.

Auf ihrer Flucht wechselt die Gruppe in eine Welt ber, in der sie die Größe von Insekten haben.

Hier endet der erste Teil von Otherland.

Meinung:
Fantastisch, Cyber Punkig, revolutionär. Das wären die Worte, mit denen ich Otherland am ehesten beschreiben würde. Das Szenario, welches Tad Williams erschaffen hat, ist von unglaublicher Detaildichte, extrem gut recherchiert, spannend und flüssig geschrieben.
Für mich einer besten Fantasy Romane seit langem. Herr der Ringe der Zukunft. Amen.

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