Nachdem ich dieses Jahr meinen Urlaub schon mehr oder weniger aufgebraucht habe (na gut, ich hab noch 17 Tage bis nächsten März offen) und es sich nicht ausgegangen ist, den traditionellen „Insel Rab“ Urlaub zu genießen, werde ich das hier einfach mal einfach in Gedanken machen.

Ein Sommer, ohne zumindest einmal am Meer gewesen zu sein, ist irgendwie kein Sommer. Vielleicht kann man das ganze auf das komplette Kalenderjahrummünzen. Weil, ein Jahr ohne einmal im Meer schwimmen gewesen zu sein, ohne das Salz auf der Haut zu schmecken, wars kein richtiges Jahr.
In meiner Familie gehört es sich eigentlich, zumindest einmal im Jahr auf die Insel Rab zu fahren. In meinem Fall ist das schon seit mehr als 26 Jahren der Fall. Ich glaube, dieses Jahr ist es das erste, wo es sich bei mir nicht ausgeht. Und, auch, wenn ich dieses Jahr schon so einige Flecken schöne Erde begutachtet habe und viel unterwegs gewesen bin, fehlt es irgendwie schon. Ich hab gerade so richtig Fernweh.

Wonach? Ruhe. Schon lustig. Vor ein paar Jahren war mir Ruhe noch nicht so wichtig. Die Möglichkeit zu Entspannen hatte ich auch zu Hause. Nur, mittlerweile gehört es einfach dazu. In Ruhe zu entspannen.

Seit fast 15 Jahren sind wir nun schon bei der Familie Krstas Stammgäste. Jedes Jahr aufs neue zieht es uns dort hinunter, ähnlich dem Mörder, den es immer wieder zum Schauplatz der Tat führt. Ein kleines, gemütliches Haus, 30 Sekunden vom Wasser entfernt gebaut mit einem kleinen Steg und einer Liegewiese (auch wenn die meistens dezent verdörrt ist). Der Garten schattig und kühl, die Pflanzen wild wuchernd. Ein kreativer Dschungel könnte man auch sagen.
Die Zimmer sind schlicht gehalten, ein Doppelbett, ein Schrank, 2 Nachtkästchen und ein Balkon dazu. Das war es. Duschen befinden sich auf dem Gang. Spartanisch das ganze irgendwie, viel Luxus darf man sich auch nicht erwarten. Warum aber auch? Für mich ist ein 5 Sterne Hotel Reizüberflutung pur. Viel geglitzer und so lenken mich ab, lassen das Auge nicht ruhen.

Und das ist der Grund, warum ich diesen Ort so liebe. In der Früh gegen 9:00 Uhr frühstücken gehen. Eier, Brot, Aufstriche und Kaffee. Käse, Honig, Pasten, Wurst. Was will man mehr. Schon um diese Zeit scheint die Sonne vom Himmel herab, fällt in kleinen Flecken durch das Blätterdach der Terassen berdeckenden Bäume und lässt schon knapp erahnen, welche Temperaturen schon bald hier herrschen werden.
Den Tag am Wasser verbringend, auf dem Steg liegend, das Plätschern des Wassers, träge und glucksend, der Geruch der See. Salzig, Frisch, Lebendig. Ich liebe diesen Geruch. Dieser Geruch bringt etwas in mir zum Klingen. Etwas spezielles und gutes. Immer wieder rein ins Wasser springen, mit der Taucherbrille tauchen, die Unterwasserwelt betrachtend. Fische, Muscheln, Krebse, vielleicht auch die eine oder andere rot glühende Qualle. Schnorchelnd, stundenlang vor einem kleinen Riff verharrend.

Am Abend dann gemütlich zu einem der kleinen Restaurants in direkter Nähe spazieren, einen guten, frisch gefangenen Fisch essen, vielleicht ein Gläschen Wein trinkend den feurigen Sonnenuntergang beobachten. Später, dann bei einem Gläschen feinem Grappa ein bisschen philosophisch mit dem Kellner (ich glaub, der ist als Kellner geboren worden, so lange ist der schon da :)) plauern und dann gemütlich am Wasser entlang nach Hause wanken.

Hach. Das ist für mich Entspannung. Eventuell geht es sich ja noch aus, das ich im Oktober nochmals runterfahre. Zu dieser Zeit ist es kein Problem mehr mit den anderen Urlaubern, da fährt niemand mehr hin. Ruhig, das Städtchen Rab nur für ein paar ausgewählte Urlauber noch verfügbar, entspannend, die Strände leer und ruhig, keine nervenden, gröhlenden anderen Urlauber mehr.

Das hätte schon noch was. Vielleicht wird es ja wirklich noch etwas :).

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