Fantasy

Anmerkung zur Fantasy: Die Kreaturen und Lebewesen in der Fantasy Literatur sind sehr oft von regionalen Märchen und Geschichten aus allen Bereichen der Welt entstanden.

Einleitung

Wenn man vor 7 Jahren einen durchschnittlichen Jugendlichen auf der Straße angesprochen hätte und ihn gefragt hätte wer J.R.R. Tolkien gewesen war, hätte er vermutlich gesagt: „War das nicht ein amerikanischer Präsident?“.
The giant with the flaming sword by Dollman Seit dem Hype der Filme „Herr der Ringe“ und den gleichnamigen Romanen in einer kompletten Neuauflage von Klett Cotta ist der verstorbene Autor J.R.R. Tolkien in aller Munde. War „Herr der Ringe“ vor ein paar Jahren noch Literatur für langhaarige, ungewaschene Freaks, so ist es seit dem gigantischen Hollywood Film stubenrein gemacht worden.
Man kann „Herr der Ringe“ als die Mutter, oder den Vater, wie man will, der modernen Fantasy Literatur sehen, schuf Tolkien damit doch bestimmte Archetypen die seit der Erstveröffentlichung der Bücher immer wieder in der Fantasy Literatur Erwähnung gefunden haben. Weise, alte Magier, geheimnisvolle, wunderschöne Elben, kleine, bärtige Zwerge, Trolle, Orks, Drachen und viele Typen mehr.
Natürlich, Geschichten wie Hänsel und Gretel, Dornröschen und andere Märchen sind viel älter und auf einer gewissen Ebene sind sie auch nur Fantasie Geschichten. Jedoch vermitteln diese Geschichten immer eine gewisse Moral, bauen auf einer geschickten Parabel auf. Selten nur sind diese Geschichten reine Geschichten der Geschichte willen. Darum wollen wir die Kategorie der Märchen hier einmal weg lassen.
Wir wollen jenen Fantasy betrachten, der in einer anderen Welt spielt, der meist von Drachen, Dämonen, Göttern, Elben (oder Elfen), Magiern, Zwergen und vielen anderen Fabelwesen handelt. Natürlich gibt es viele unterschiedliche Formen von Fantasy, aber diese einzelnen Typen werden wir später noch besprechen.

Die Welten der Fantasie

Die Welten der Fantasie können unterschiedlicher nicht sein. Und gerade da liegt der Reiz. Ein jeder Autor hat eine andere Vorstellung wie seine Welt auszusehen hat. Ein jeder Autor schafft eigene Naturgesetze, eigene Sprachen, Länder, Kontinente und Völker. Wir finden hin und wieder, wie am Beispiel von Tolkien, Welten vor, die mit wissenschaftlicher Neugier und Präzision entworfen wurden. Tolkien schuf eine Welt, Mittelerde, eine eigene Sprache für die Elben, mit Grammatik, Aussprache und Intonation. Er schuf eine Geschichte zu dieser Welt, die dermaßen Komplex ist, dass man diese Geschichte wirklich studieren könnte, nein müsste, um sie in all ihrer Tragweite zu verstehen.
Wenigen anderen Autoren ist es gelungen, eine dermaßen komplexe Welt zu schaffen, die auf ihre Art und Weise in sich so schlüssig und kräftig erscheint. Es gibt schon Welten, z.B. die von Tad Williams (Osten Ard), die eine ähnliche Komplexität vorweißen können. Nein, Tolkiens Schöpfung ist wohl wirklich einzigartig. Doch wir wollen nicht an Tolkien messen, wir wollen Anhand von Tolkien vergleichen und Schlüsse ziehen.

Schwerter und Magie

Schwert und Magie ist wohl die verbreiteste, bekannteste Form von Fantasy. Hier erleben wir Geschichten im klassischen Sinn. Die Parteien sind fast immer klar getrennt, die Guten ziehen meistens in einer kleineren öder größeren Gruppe durch diese Welt, in der klassischen Version bestehend aus einem Menschen (meist einem Kämpfer), Elfen, Zwerg und einem Magier. Dazu gesellt sich meistens die Hauptperson des Romans. Ein schwächlicher junger Mann oder eine Frau, die eine große Aufgabe zu erledigen haben und dabei Tatkräftig von seinen Freunden und Begleitern unterstützt wird. Wir begegnen klassischen Figuren wie dem weißen Drachen, den habgierigen Kobolden, den bösartigen Orks und dem letzten Einhorn. Wir lernen Dryaden, kleine weibliche Baumbewohner, kennen, entdecken dunkle und geheimnisvolle Wälder und weite gigantische Wüsten, majestätische Berge und dunkle Täler. Es ist die klassische Welt wie sie sie auch Tolkien erfunden hat. Man muss auch sagen, das es hier keine strikte Konvention gibt, welche Figuren es nun gibt, nur, es gibt eben jene klassischen Wesen die wir fast immer antreffen.
Es ist wohl auf einer Ebene die einfachste Form von Fantasy weil die Fronten meisten sehr klar getrennt sind. Wir wissen wen wir bekämpfen, wir wissen auch wer hinter uns steht und mit der gezogenen blanken Klinge den Rücken deckt. Wir können uns darauf verlassen, dass der gelehrte Magier jedes Rätsel lösen kann, das er aus jeder Situation einen Ausweg findet. Wir wissen, dass der Bösewicht skrupellos und meist übermächtig ist, dass er sich nicht scheuen wird uns alles entgegen zu stellen, was er zu bieten hat.
Man kann fast schon sagen, dass es für jene Art der Fantasy bestimmte Regeln gibt, die Schwerter und Magie ausmachen. Natürlich, es gibt immer Abweichungen, hybride Formen die zwischen den einzelnen Arten hin und her Bändeln oder gleichzeitig in sich vereinen.

Klassische Beispiele:

Heroic Fantasy

Wir kennen sicherlich alle hier die Geschichten von Conan, dem Barbaren, oder auch Herkules (ich meine hier eher die Verfilmungen, den die klassische Geschichte). Heroic Fantasy beschreibt die Geschichte eines einzelnen Helden, der fast immer ein wahrer Meister mit dem Schwert ist, der am ganzen Körper mit Muskeln bepackt ist, der mit einer Hand ein Pferd hochstemmen kann. In der Heroic Fantasy verkörpert jener Held, meistens ein Einzelgänger dem sich im Laufe seiner Queste oft verschiedene Gefährten anschließen und ihn in seinen Bemühungen unterstützen, das gute und edle. Seine Motive sind selten eigennützig, meist ist er auf der Suche nach einem mystischen Schatz der ihm helfen kann seinen verhassten Gegner, der, der zu 95% die Eltern des Helden ermorden lies, zu besiegen.
Berühmt wurde das Genre des Heroic Fantasy wohl in den Jahren zwischen 1920 und 1940 als zahlreiche Autoren auf die sogenannte Pulp Bewegung aufsprangen und kurze Pulp Stories oder Heroic Fantasy Geschichten in verschiedenen Magazinen veröffentlichten. Das berühmteste darunter ist wohl das
Wire Tales. Eines der wichtigsten Kennzeichen von Heroic Fantasy ist fehlen der Epischen Strukturen wie es im klassischen Fantasy zu finden ist. Auch werden Sex und Gewaltszenen oft mehr und genauer Gezeichnet.

Klassische Beispiele:

Dark Fantasy

Der Begriff Dark Fantasy ist vielleicht, wie auch das nachfolgende „High Fantasy“ am schwersten zu beschreiben, befinden wir uns doch auch in hier einer fantastischen Welt doch das Ambiente ist ungleich anders als in den bereits besprochenen Genrearten. Hier gibt es meist keine direkte Bedrohung durch einen übermächtigen Feind wie Sauron aus Herr der Ringe, keine Macht die alles zu verschlingen droht, viel mehr geht die Gefahr von innen aus.
Als klassisches Beispiel ist hier eine Welt zu nennen, die in früheren Zeiten Hochkulturen herausgebracht hat und sich durch die eigene Dekadenz vernichtet hatte und die nachfolgenden Generationen in Aberglaube, Furcht und gegenseitigen Hass gestürzt hat. Wir haben hier eine viel subtilere Bedrohung als blitzende Schwerter und brüllende Orks, wir werden mit unserem eigenen Wesen konfrontiert. Mit der menschlichen Angst und Unvollkommenheit, einer Angst die tief in uns selbst sitzt.
In „Dark Fantasy“ treffen wir auf mystische Orte die voller Bosheit sind, voller Erinnerung an vergangene Tage, der Himmel ist von den Schandtaten der Vorfahren verdunkelt, die Erde ist unfruchtbar, vielleicht gibt es sogar gefährliche Mutationen, doch die Menschen und anderen Wesenheiten die hier existieren wissen fast nichts von der Vergangenheit sondern versuchen nur zu überleben. Es ist die dunkle, verzweifelte Stimmung, die Dark Fantasy ausmacht, eine Welt, in der es wenig schönes gibt und noch viel weniger wofür es sich zu leben lohnt.

Klassische Beispiele:

High Fantasy

Im Subgenre High Fantasy sprechen wir von einer überzeichneten Mischung aus Science Fiction (wird später noch behandelt) und Fantasy. Welten, in denen beide Elemente aufeinander treffen. Das beste Beispiel hierfür ist sicherlich Star Wars. Eine futuristische Welt mit ihren Laser Kanonen und Raumschiffen, in der aber auch mystische Elemente, wie die Kraft der Jedis, als magischer Bogen verwendet wird, wo aber auch Schwerter (Laserschwerter) und andere Fantasy Elemente verwendet werden.
Oft sind diese Geschichten Grell und Bunt gezeichnet, wirken fast Überzeichnet.

Klassische Beispiele:

Dieser Text bietet nur eine grobe Übersicht über die verschiedenen Arten von Fantasy, eine komplette Abhandlung würde den Rahmen hier im Augenblick sprengen. Es gibt aber zahlreiche Nachschlage Werke zu dem Thema im Internet…

Der Artikel hat sich leider etwas verspätet, es ging sich nicht früher aus. Der Artikel für nächste Woche wird sich ebenfalls verspäten, da ich da in Ägypten bin.

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