Ägypten, All Inklusive, Tourismusgebiet, Hurghada…

Ägyptisches WappenDas waren die recht widersprüchlichen Eindrücke bei der Reisebuchung im Reisebüro. Ich war noch nie in einem All Inklusive Hotel, bzw. habe das Angebot genützt. Bis jetzt habe ich damit eigentlich immer Horden von besoffenen Jugendlichen verbunden, mit Lärm und unsauberen Hotelanlagen. Zumindest war das meine Meinung. Bis jetzt war ich immer mit Rucksack und Zelt unterwegs, bzw. in privaten, persönlichen Pensionen. Individual Reisen würde ich sagen.

Nachdem ich dieses Jahr ja schon sehr viel unterwegs gewesen bin (kleine Europa Rundreise; immer wieder Kräuterkurse in Tirol; und sonst auch in der Weltgeschichte herum) habe ich festgestellt, das ein Besuch am Meer noch fehlte. Bis jetzt war es immer so, das ich zumindest einmal im Jahr für mindestens eine Woche nach Kroatien gefahren bin, um mein Gemüt von der südländischen Sonne und Küche aufhellen zu lassen. Da es aber in Kroatien Ende Oktober, Anfang November schon relativ kühl ist, wagten wir (ich und Freundin) diesen Feldversuch am eigenen Leibe und buchten spontan diesen Urlaub.

Zur Anreise:
Der Flug ging von Wien um 22:10 Uhr los und sollte um 2:30 Uhr Ortszeit landen. Ich fliege ja nicht wirklich gerne, aber im Gegensatz zum Rückflug gestaltete sich die Anreise relativ unspektakulär. Wir starteten ohne Turbulenzen, flogen ohne Turbulenzen und landeten auch ohne. Dort angekommen überraschte die wundervoll milde Nachtluft. 23 Grad, leichter Wind, super angenehm. Ein bisschen Grinsen mussten wir wegen der Massenabfertigung in der Ankunftshalle. Herumbrüllende Ägyptische Reiseführer, mürrisch blickende Soldaten (oder Zollbeamte, was auch immer) und ungeduldige Reisende die sich von einer Visumreihe zur anderen drängten. Ohne Stress (zumindest wir) erhielten nach ca. 2 Stunden unser Visum, schmuggelten uns durch den Zoll und erreichten mit dem Bus unser Hotel. Um 5:00 Uhr in der Früh lagen wir endlich im Bett und schliefen den Schlaf der Gerechten.

Die Hotelanlage:
Der erste Eindruck, schlaftrunken und müde war schon sehr schön. Das Hotel liegt mitten am Meer (was wir zwar wussten, uns aber noch nicht direkt davon überzeugten), auf der Straßenseite sind unzählige Shops und Lokale angesiedelt, es lädt mehr oder weniger zum Bummeln und Schaufenster schauen ein. Auch wenn das meiste, was man dort kaufen kann Ramsch ist, findet man doch hin und wieder in paar nette Andenken.
Kommt man in die Hotel Lobby herein wird man erstmal von einer sehr gemütlichen Empfangshalle überrascht, die auf 2 Etagen ausgelegt ist, die durch eine zentrale Treppe miteinander verbunden sind. Im Erdgeschoss befindet sich ein kleines Kaffee, im Zwischenstock und im ersten Stockwerk die Hotelbar (Teil des All Inklusive Angebots :)) samt Billardtisch (sehr schlechter Zustand). Alles ist total sauber und blitzt und blinkt nur so im Licht. Ein schöner erster Eindruck.

Das Zimmer welches wir bekommen haben war einfach einsame Spitze. Ein sehr breites Bett, eine großzügige Wohnfläche mit Bänken und Tischen und einem feinen Fernseher, alles in warmen, angenehmen Farbtönen gehalten. Ein Ort der Entspannung und der Ruhe. Sehr angenehm. Voraussetzung ist, das man einen relativ ruhigen Schlaf hat. Dadurch das dass Bett nur eine einzige Matratze hat spürt man natürlich jede Bewegung des anderen. Aber gut, das ist jetzt nicht weiter wichtig. Vom Balkon (auch schön groß) aus hat man einen wundervollen Ausblick auf die Pool Anlage sowie auf das offene Meer. Nachdem die Küste in Östliche Richtung (Rotes Meer) ausgerichtet ist, konnte man allerdings keine Sonnenuntergänge über dem Meer bewundern, da die Sonne jeden Tag gegen 17 Uhr in den weit entfernten Bergen im Western verschwand.

Pool Anlage und die verschlungenen Gehwege sind ein Traum. Jeden Tag konnten wir Horden an Personal sehen, das sich um die Garten Anlagen kümmerte, die Wege putzten und sich um die angenehm gestaltete Pool Anlage kümmerten. Zwar sieht man an ein paar Stellen schon, das dass Hotel etwas Älter ist (vermutlich 20 Jahre) aber sonst wird wirklich alles perfekt gepflegt und in Schuss gehalten. Man kommt gar nicht dazu irgendwo einen kleinen Schandfleck zu sehen, da meistens schon einer vom Personal vor Ort ist und den Mangel behebt.

Das führt mich zum Personal des Hotels. Durchwegs freundlich, höflich und hilfsbereit konnte man sich wegen jedem Belangen an jemanden wenden. So war es bei unserem Kellner eine wahre Freude, dass er sich nach einem großzügigen Trinkgeld (20 ägyptische Pfund, ca. 2,2 €) soweit an uns erinnerte, dass wir jeden Tag den gleichen Tisch bekommen haben, sowie waren unsere Getränke immer schon im Voraus auf dem Tisch. Uns wurde gesagt, das dass Personal in dieser Hinsicht wirklich sehr hilfsbereit und zuvorkommend ist. Und das hat sich mehr als nur Bestätigt.
Am Strand waren in großzügigen Abständen Liegebuchten aufgebaut, die nach hinten einen gewissen Sichtschutz boten (was das Entspannen noch mehr erleichterte) und eine kleine, subtile Grenze vor den anderen Sonnenanbetern bot. Natürlich war alles, wie man es bisher gewohnt war, absolut Sauber und gut gepflegt. Jeden Abend marschierte eine Armee von Bediensteten über den Strand um mit Rechnen den Sand zu glätten, sowie die Liegebuchten ordneten. Wie auch im restlichen Hotel verteilt, war am Strand eine kleine Snack Bar aufgebaut, an der man sich im Laufe des Tages immer wieder was zum Essen holen konnte, so man es wollte. Natürlich standen auch andere, vollwertige Restaurants zu jeder Tageszeit zur Verfügung. Aber durch diese kleine Bar entstand so ein gewisser Flair, konnte man sich dort auch einfach gut entspannen.

In der Summe kann man sagen, das Hotel ist einfach nur Klasse gewesen. Das Publikum war durchwegs eher etwas Älter, so hatte man auch seine Ruhe und nicht das Gefühl, das hier überall hektische Jugendliche herumliefen, die irgendwie Stress machten. Etwas, was uns viel wert war, denn es war die Ruhe und die Erholung die wir hier suchten.

Einige Abzüge muss ich allerdings beim Essen machen. Ich meine, es war jeden Tag vielfältig. Große Paletten an verschiedensten Speisen wurden angeboten, abwechslungsreich und an sich auch schön dekoriert. Jedoch war es für mich persönlich etwas schwer dort viel zu essen. Das Fleisch hatte irgendwie immer einen gewissen Hammel Geschmack und der Fisch war auch nicht der frischeste. So blieb uns nichts anderes übrig als viele Beilagen (die durchwegs gut gewesen sind) zu essen. Satt wurden wir jeden Tag, jedoch machte das heiße Klima, die viele Sonne und die ‚Anstrengungen‘ des Tages den Hunger nicht größer, so dass wir jeden Tag nur kleine Portionen aßen. Aber das war für mich nur der einzige Negativpunkt dieser gesamten Woche…

War bis jetzt das Angebot, das rein das Hotel uns bot großartig, so waren jene Ausflüge, die wir unternommen haben noch einmal eine Klasse für sich. Doch dies ist eindeutig eine andere Geschichte die noch erzählt werden muss…

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